For they shall inherit the earth
In Sandboxen gibt es immer wieder Entdeckungen zu machen. Ich bin gestern auf Pixelpark über diese prächtige Orgel gestolpert.
Sicherlich gibt es dazu auch noch die passende Kirche in Second Life, denn die Religion spielt hier eine große Rolle, was auch schon von vielen Leuten wahrgenommen wurde. Die beste und aktuellste Übersicht zum Thema findet man bei Jürgen Pelzer. Während im Real Life Kirchen geschlossen oder umfunktioniert werden, baut jemand neue Orgeln in unserer Sandbox – kein Wunder, dass da auch die Katholiken Bayerns Second Life im Zuge des Hypes 2007 diskutierten.
Meine eigene Erfahrung mit der Religion in SL habe ich vor allen US-Amerikanern zu verdanken. Ich war z.B. mal auf einem Trauergottesdienst für jemanden, der bei der Flutkatastrophe von New Orleans eine Angehörige verloren hat. Und natürlich empfehle ich jedem den Besuch der Mocha-Kathedrale, in der jeder eine Kerze aufstellen darf. Bei solchen Gelegenheiten überschneiden sich Real Life und Second Life auf eine ganz seltsame Weise – und ich kann mich nach drei Jahren noch nicht entscheiden, ob mir das gefällt oder nicht.
Aber natürlich kann man auch Spuren der Säkularisation in Second Life finden. Eine kleine Kirche auf der Sim BlaksleeWorld hat einen weltlichen Besitzer und dient nun als Church of Elvis. Dabei hat man auch gleich mal die Zehn Gebote aktualisiert. Und dies ist wohl nicht die einzige Elvis-Kirche in SL, wie man diesem Bericht von 2006 entnehmen kann.
Wem es nicht reicht dem King virtuell zu huldigen, der kann natürlich auch nach Portland in die echte Kirche gehen.
Wem das immer noch nicht genug ist, der kann in Second Life seinem Gott auch mal ganz, ganz nah sein. Auf der Sim Snow Crash, wo es ein kleines Graceland gibt – mit Elvis-Stream, versteht sich.
Wer damit noch immer nicht zufrieden ist, sollte vielleicht in eine der 168 Gruppen eintreten, die bei der Suche nach “Religion” zu finden sind.
Meine Lieblingsgruppe darunter: Real Life Virgins (10 Members). Die haben zur Sicherheit in der Gruppencharta den Hinweis: “its not a sex-group!”. Dass die Gründerin der Gruppe auch noch in der Gruppe “Freelance Prostitue” ist, wird in Second Life niemanden schockieren.
Für viel bedenklicher halte ich, dass sie auch noch eine Gruppe für Dauercamper gegründet hat und als Muttersprache “camplish” angibt.
Immerhin hat ihre Camping-Gruppe fünfmal weniger Mitglieder als die Gruppe der Jungfrauen. Das würde wohl den Papst freuen. Aber der freut sich auch schon über die 382 Mitglieder der Second Life Catholic Church, die versprechen: “Net collections after payment of church operations are forwarded to the Vatican”.

Vielen Dank für diesen spannenden und gut geschrebenen Bericht
die amis uns was vorraus? WHAHAHAHAHAH
das einzigste was sie vorraus haben ist es, fast zwanghaft die welt zu missionieren zuwollen. und dann natürlich , wenn nich freiwillig die unglücklichen zu töten. simple aber leider traurige wahrheit.
und ich denk da auch an andere “kirchen”, die kirche satans, die Church of Elvis, Scientology,…. kann man ja beliebig erweitern.
na ich bleib lieber nur mensch als mir von irgendjemand der vielleicht ein andern glauben hatt(der natürlich der einzig richtige glauben ist) mir was andrehn so wollen.
sagt mal, fast alle großen religionen sagen doch “wenn du nich in unsern glauben aufgenommen bist, wirst du in die hölle kommen!”, wenn das so ist kommen doch alle in die hölle.
ich glaub nich das man mehr als in einem “kirche” sein kann , oder? lol
also seit mensch!
Also dazu kann ich mir einfach einen Komentar nicht verkneifen.
Meine Meinung: Kirche bzw. Religion hat in Second Life NICHTS aber auch garNICHTS zu suchen!!!
Zu fragen wäre natürlich erstmal wieso? In SL gibt es ja schließlich viele Sachen die es in RL gibt und wieso sollte da eine so große Sache wie die Religion nicht auch vertreten sein? Im Prinzip ist das ja auch richtig so aber ich meine das von der Religion an sich und damit sind alle Religionen gemeint! immer auch eine Gefahr ausgeht.
Welche Gefahr? werden sicherlich einige fragen.
Nun, jeder Glaubige wird sich ab einen gewissen “Stadium” sicher sein das die von ihm, mehr oder wenig freiwillig ausgesuchte Religion (das ist auch so ein Thema der nicht selbstbestimmten Wahl einer Religion durch Elternhaus oder Aufwachsen in eine Gemeintschaft) die einzig richtige ist und alle anderen eben nicht richtig sein können. In Religionsgemeinschaften wird dieser Eindruck noch gefördert durch gemeinsame Religiöse Aktivitäten in denen dieses immerwieder hervorgehoben wird.
Soweit sogut (oder eben nicht)
Die Gefahr sehe ich in dem Moment in dem diese Leute der Meinung sind alle anders oder ungläubigen davon überzeugen zu müssen (da sie ja die ware Religion gefunden zu glauben meinen) und dieses dann auch tatkräftig zutun beginnen. Nun tun das die wenigsten heutzutage direkt da, zum Glück, die Gesellschaftliche Bedeutung der Religion nicht mehr das Gewicht wie zu früheren Zeiten hat.
Wie uns die Geschichte zeigt ist in den meisten Fällen leider immer ein Zerstörerrischer Einfluss auf alle niedergegangen die von Religionen bekehrt worden sind. In Früheren Zeiten durch das massive Auftreten von Missionaren oder die Einschüchterung der Befölkerung durch die ansässige Kirche.
Ein gutes Beispiel für die positiven Auswirkungen der Abkehr von einer Religion sind in den “modernen” Gesellschaften und Staaten zu finden in denen die Trennung von Staat und Religion Parktiziert wird. Alle diese Staaten sind in ihrer Struktur gefestigter als Staaten in denen beides vermischt ist. Wieviel Spannungs freier währen da Staaten ohne jegliche Religion?
Damit man mich nicht falsch versteht. Sicherlich sind die Hilfsorganisationen die von z.B. Kirchen betrieben sind sinnvoll und helfen vielen Bedürftigen. Aber braucht man dafür unbedingt die Institution Kirche? Es gibt bereits viele nichtkirchliche Organisationen die gute Arbeit leisten.
Auch sehe ich besonders im Fall der in Amerika ansässigen eher radikalen Religionsgemeinschaften negative Einflüsse auf uns zukommen. Europa reagiert da zum Glück etwas gelassener auf solche Entwicklungen. Nichtsdestotrotz sind die Entwicklungen im gange.
Ich habe bis jetzt bewusst den Punkt “Glaube” aussen vor gelassen. Der Glaube ist in jedem Fall eine eher Personenbezogene Sache. Jeder sollte für sich entscheiden an etwas zu Glauben oder nicht. Ich sehe im Glauben an sich keine Probleme. Nur im Zusammenhang mit Gemeinschaften und dem gemeinsamen ausüben von Religiösen Praktiken kommen mir dabei Bedenken. (siehe oben)
Auch finde ich die generelle in beschlagnahme von Begriffen der Religionen wie “Nächstenliebe”, “Hilfsbereitschaft” etc. als geradezue Frechheit. Suggerieren sie doch das die Rligionen die einzigen währen sind, die dieses Paktizieren würden/dürfen.
Aus diesen und noch einigen anderen hier nicht erwähnten Gründen (da sonst das Forum platzt) bin ich gegen eine Kirche oder Religion in Second Life.
Ich fürchte sobald ein Medium wie SL weiter wächst werden sich auch weitere verschiedene Religionsformen in SL breitmachen und das Ewige Ringen geht dann dort weiter. Leider wird so eine Entwicklung wohl nicht aufzuhalten sein und es bleibt nur die Hoffnung auf eine besonnene Einstellung der Bewohner.
[...] scientology Funarias Beitrag über die Church of Elvis hat uns übrigens noch etliche weitere religionsbezogene [...]