Theater virtuell

Henrik Ibsen, Shakespeare oder Samuel Beckett – Second Life ist schon seit einiger Zeit Experimentierfeld auch für Theatermacher. Schon am 10. Mai ist es erneut Zeit für eine Premiere: Eine Szene aus Arthur Schnitzlers “Reigen” wird dann nämlich von einem internationalen Team rund um den am Bodensee lebenden Regisseur und Künstlerischen Leiter Simeon Blaesi gezeigt.

Dirne und Soldat

Blaesis Absicht: Die Chancen neuer Technologien für das Theater zu untersuchen, einzuordnen und aufzuzeigen sowie eine Diskussion über Machbarkeit und Unmöglichkeit, Sinn und Unsinn von Theater in virtuellen Welten auszulösen.Für die technische Umsetzung zeichnet das Team rund um Frank Gaugel von der Agentur bluepill GROUP in Barcelona verantwortlich, die sich auf virtuelle Welten spezialisiert hat.
Die Inszenierung ist Teil von Blaesis Abschlussarbeit zum Thema “Theater in einer virtuellen Welt. Die Funktion des Theaters in der virtuellen Welt von Second Life”, verfasst bereits 2008. Der Kulturmanager und Regisseur wirft darin die viel gestellte Frage danach auf, ob das Medium Theater überhaupt noch zeitgemäß ist und zieht angesichts der virtuellen Welten eine schöne und sicherlich zutreffende Parallele – die zum Figurentheater, zu Marionetten im speziellen. Der Benutzer als Akteur und Zuschauer zugleich, Avatare, gesteuert von Puppenspielern.
“Ich kann einen leeren Raum nehmen und ihn eine nackte Bühne nennen. Ein Mann geht durch den Raum, während ihm ein anderer zusieht; das ist alles, was zur Theaterhandlung notwendig ist” schreibt Peter Brook, und genau das ist es, was Blaesi belegen will. Theater, glaubt Blaesi, ist auch im virtuellen Raum erlebbar.

Der Ton in Blaesis Stück kommt vom Band – ein Hör- und Schauspiel also gleichermaßen. Gespielt wird nicht das ganze Stück, sondern nur der erste von insgesamt zehn Dialogen, betitelt mit “Die Dirne und der Soldat”.

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Die Bühne


Ins Theater geht es
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Nach der Premiere um 20 Uhr wird das Stück rund um die Uhr stündlich aufgeführt. Mehr zu Stück, Idee und Darstellern ist dort zu finden.

 

3 Kommentare zu “Theater virtuell”

  1. Tom Pascale sagt:

    Nach der Premiere um 20 Uhr wird das Stück rund um die Uhr stündlich aufgeführt.

    Werden da Bots als Schauspieler eingesetzt? :???:

  2. Theresa sagt:

    Tatsächlich scheint es so zu sein, ich war gerade dort. Es läuft jede Stunde bis Ende Mai. Weil es aber nur zwei Figuren sind, ist das ja nicht weiter schlimm.

  3. Shea sagt:

    Also ich habe mir die Premiere angesehen. Der Theaterraum sowie auch die Bühne sind recht schön gestaltet worden. Auch finde ich das Projekt bzw. die Idee an sich ausbauwürdig.
    Schade war nur das sie für eine Premiere ein, meiner Meinung nach, unpassendes Stück wählten. “Die Dirne und der Soltat” ist sicherlich ein nettes Stück, aber lässt SL wiedermal in diesem gewissen “Schmuddelimage” stehen.
    Leider war es für eine Premiere auch viel zu kurz. Da sollte man doch mehr als 5-8 Min erwarten. Aber, trotz aller Kritik, für das erste Theaterstück schon eine Interesannte Vorführung. Ich denke auch das Bots benutzt wurden. Was ich aber als nicht unbedingt schlimm empfinde. Also meine Empfehlung… ruhig mal ansehen :)

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