Kitchen Fire – Brandsimulation in SL

Kitchen Fire

Kitchen Fire

Neben dem Gelände des Deutschen Tutoriums hat unser Sponsor Pixelpark schon seit etlicher Zeit die Landesfeuerwehrschule Hamburg einquartiert, die dort gelegentlich Einsatzplanungsübungen durchführt. Eine ganz andere Zielgruppe spricht die Brandsimulation “Kitchen Fire” von Swiss Projects an. Dort gibt es seit kurzem einen Küchenbrandsimulator, in dem jedermann den Umgang mit einer alltäglichen Brandsituation gefahrlos üben kann.

Die Friteuse brennt

Die Friteuse brennt

Ich betrete durch eine schwere Brandschutztür eine recht liebevoll und detailliert eingerichtete Küchenszene. Das Radio spielt Musik, Chatausgaben vermitteln eine alltägliche Situation. Irgendwann startet die Simulation zu einem zufälligen Zeitpunkt: Das Fett in der Friteuse fängt Feuer. Im Gegensatz zu manch realer Küche stehen gleich zahlreiche potenziell zur Brandbekämpfung geeignete Utensilien zur Verfügung und ein geradezu nervtötend lauter Brandmelder macht mich sehr schnell auf das Feuer aufmerksam. Also was tun?

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Feuerwehr rufen!

Die Feuerwehr rufen? Sicher eine gute Idee. Als Nicht-Schweizerin lerne ich nun auf etwas unangenehme Weise, dass es sehr sinnvoll sein kann, sich vor einer Auslandsreise über die jeweiligen Notrufnummern zu informieren. Wer es mit 112 oder 110 statt der Schweizer Nummer 118 versucht, verliert wertvolle Zeit.

Feuer mit Brandschutzdecke gelöscht

Feuer mit Brandschutzdecke gelöscht

Und Nun? Das Feuer löschen – aber wie? Die Friteuse lodert heftig. Zur Verfügung stehen ein Eimer Wasser, ein Feuerlöscher – wassergefüllt wie es aussieht sowie eine Feuerlöschdecke. Da ich gerade erst vor einer Woche auf der Arbeit eine reale Brandschutzübung über mich ergehen lassen durfte, klicke ich fachkundig die Löschdecke an und ersticke damit die Flammen. Anschließend noch den Stecker der Friteuse herausziehen und bloß die Decke so schnell nicht wieder runternehmen, um eine erneute Zündung zu vermeiden.

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Vollbrand

Starke Rauchentwicklung

Starke Rauchentwicklung

Ich habe das Feuer also in kürzester Zeit gelöscht. Aber der Vorteil von virtuellen Simulationen liegt darin, dass man auch andere, suboptimale Vorgehensweisen gefahrlos testen kann. Ich entschließe mich daher, einmal den Brandverlauf zu beobachten, der sich entwickelt, wenn ich nicht eingreife. Binnen weniger Minuten entwickeln sich dichte, dunkle Rauchschwaden, die sich zunächst an der Decke, später auch im Rest des Raumes verteilen. Brennbare Gegenstände in der nähe des Herdes fangen Feuer – schließlich bersten mit lauten Klirren Glasscheiben in den Regalen und der Brand greift auch auf den Rest des Raumes über.

Löscharbeiten der Feuerwehr

Löscharbeiten der Feuerwehr

Obwohl SL-Avatare technisch gesehen keinen Schaden durch Rauch- und Feuer-”Partikel” nehmen können, verspüre ich jetzt den starken Drang, die Flucht zu ergreifen (im RL wäre ich wohl schon längst einer aufgrund einer Rauchgasvergiftung bewusstlos) und steuere meinen Avatar in Richtung Tür, um von dort den weiteren Verlauf des Brandes zu beobachten. Relativ bald, aber nach einer gefühlten Ewigkeit, ist von draußen ein Martinshorn zu hören. Ein mit einem Schlauch bewaffneter Feuerwehrmann bereitet dem Feuer dann ein schnelles Ende.

Schnelle Brandentwicklung nach falscher Löschmethode

Schnelle Brandentwicklung nach falscher Löschmethode

Was wäre eigentlich passiert, wenn ich nicht die Feuerlöschdecke verwendet hätte? Auf die Unverletzlichkeit meines Avatars vertrauend starte ich die Simulation neu und greife diesmal zum Wassereimer. Der “Erfolg” ist verheerend: Mit einem lauten Knall zündet das vom verdampfenden Wasser aufgewirbelte Fett durch und binnen Sekunden steht die ganze Küche in Flammen. In der Realität hätte mir das wohl schwerste Verbrennungen eingebracht. Doch hier habe ich Gelegenheit, zu beobachten, dass sich nun der Brand nicht nur schneller, sondern auch in anderer Weise ausbreitet, als ohne diesen verheerenden Löschversuch.

Brandbekämpfungsmittel

Brandbekämpfungsmittel

Mein Fazit: Eine überaus gelungene Simulation, die keinen statischen Ablauf hat, sondern durch Interaktion beeinflusst werden kann. Der Brandverlauf wird – soweit ich das als Laie beurteilen kann, sehr wirklichkeitsgetreu dargestellt und verfehlt durch die Immersion nicht ihre Wirkung. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mein Inventar an Brandbekämpfungsmitteln bestehend aus einem Pulverlöscher und dem CO2-Löscher im Büro neben dem Computer endlich einmal durch eine Feuerlöschdecke für die Küche zu ergänzen.

Weiterführende Informationen zu diesem Projekt im Blog von Swiss Projects.
Weitere Bilder: http://www.ipernity.com/doc/carina.raymaker/album/124740
SLURL: http://slurl.com/secondlife/Swiss%20Projects/98/177/27

 

2 Kommentare zu “Kitchen Fire – Brandsimulation in SL”

  1. [...] wir im Blog über Serious Gaming in Second Life berichtet, unter anderem im Zusammenhang mit der Feuerwehr und einer Londoner Klinik. In Bezug auf Aktionen im Bereich Gesundheit hat das Journal of Medical [...]

  2. Jan Waldow sagt:

    Klingt gut ist aber leider vollkommen falsch!

    Mit Loeschdecken lassen sich Fettbraende wider Erwarten NICHT LOESCHEN. In der Arbeitstaettenrichtline heisst es unter 1.2.12 Friteusen sogar: “Das Loeschen von Oel- und Fettbraenden mit Loeschdecken kann nach den bisherigen Erfahrungen nicht mehr zugelassen werden, weil dies mit einem unakzeptablen Verletzungsrisiko fuer den Benutzer verbunden ist.”

    Aus professioneller Brandschutzsicht sind sowohl spezielle F-Class Handfeuerloescher zum Loeschen von Fettbraenden als auch zugelassene und performance-getestete, fest installierte Kuechenloeschanlagen der einzig Richtig Ansatz. Alles andere wird nicht funktionieren und das Feuer kann sich leicht – besonders ueber Fettbrueckstaende in der Lueftung – weiter ausbreiten.

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