Linden führt Maßnahmen zur besseren Durchsetzung von IP-Rechten ein
Von vielen Residents unbemerkt hat Linden Lab im Blog vor ein paar Tagen eine “Content Management Roadmap” angekündigt. Der Blogeintrag gibt eine Vorschau auf geplante Änderungen, die die Lizenz- und Rechtewahrnehmung in SL vereinfachen sollen:
Ein besseres DMCA-Verfahren im Falle von Rechtsverletzungen. Insbesondere soll es möglich sein, alle Kopien eines rechtswidrig kopierten oder nachgebauten Objekts automatisiert aus ganz SL zu entfernen. Die Tragweite dieser Maßnahme ist erheblich, denn dies bedeutet, dass auch Kopien aus den Inventaren argloser Besitzer entfernt werden könnten, die diese im Glauben an ein legales Geschäft erworben haben. In der Vergangenheit hat Linden sich darauf beschränkt, solche Objekte nur aus den Inventaren der nicht lizenzierten Verkäufer zu entfernen. Ob Linden in diesem Fall auch den Kaufpreis zurückerstatten will, wie dies z.B. Amazon bei der jüngst erfolgten Löschung eines Buches bei “Kindle”-Nutzern gemacht hat – diese Frage beantwortet der Blogeintrag leider nicht.
Ein differenziertes Permissions System. Das Permissions System bedarf in rechtlicher Hinsicht schon lange einer Überarbeitung. Das Permissions System beschreibt die Zugriffsrechte auf ein Objekt nämlich ausschließlich in technischer Hinsicht. Oft fallen aber die technischen und rechtlichen Erlaubnisse auseinander. So kann ein Creator von Sculptmaps diese nur full-perm verkaufen, da sie ansonsten durch den Käufer nicht zur Erstellung eigener Objekte nutzbar sind. Einer Weitergabe der reinen Texturen, was bei full-perm-Texturen leicht möglich ist, stimmt der Hersteller in der Regel jedoch gerade nicht zu. Eine solche Beschränkung lässt sich jedoch derzeit nicht technisch abbilden. Auch ist es nicht möglich, eine Lizenz untrennbar mit einem Objekt zu verbinden, es aber ansonsten mit technischen Rechten auszustatten. Hier verspricht Linden Abhilfe.
Linden hat zudem erkannt, dass es Situationen gibt, in denen ein Content Creator ein Interesse daran haben kann, seine Produkte auch außerhalb von SL zu vermarkten. Linden nennt ausdrücklich den Fall von SL-Standalone-Servern hinter Firewalls, doch die eigentliche Intention ist vermutlich, den Transfer von Content aus SL in Open Sims zu regulieren, indem die Information über den Creator auch beim Ex- und Import zwischen den Grids erhalten bleibt. Zur technischen Umsetzung sagt der Blogbeitrag noch wenig aus. Ob es Linden wirklich gelingt, einen Standard für Kopiertools zu etablieren, wird die Zukunft zeigen.
Für Content-Anbieter will man ein “Content Seller Program” etablieren. Verkäufer sollen sich durch die Erfüllung gewisser Voraussetzungen als vertrauenswürdige Anbieter registrieren lassen. Dies soll wohl die Unsicherheit ausgleichen, die dem Kunden durch die oben aufgezeigten, recht weitreichenden Auswirkungen von DMCA-bedingten Löschungen entstehen könnten.
Schließlich plant Linden, seine Nutzer zukünftig besser über geistiges Eigentum zu informieren und seine Policies klarer zu fassen. Als erster Schritt hierzu wird eine Änderung der Listing Guidelines für den Marktplatz “XStreet SL” in Aussicht gestellt, die inzwischen vorliegen und ich im nächsten Beitrag etwas näher beleuchten möchte.
Etliche dieser Ankündigungen erscheinen technisch noch nicht allzu ausgereift. Es bleibt abzuwarten, was aus diesen Ankündigungen wird. Schließlich ist auch die von Linden groß angekündigte Altersverifizierung als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet. Reicht es doch inzwischen, “Payment info on file” zu haben, um Zugang zu adult content zu erlangen.
Neben der Beschreibung der “Roadmap” im SL Blog finden sich auch in der Knowledge Base ergänzende FAQ zu den Plänen. Linden ruft zudem die Residents im Blog dazu auf, die Pläne im SL-Forum zu kommentieren. Vor allem Content Creators sollten diese Chance nutzen, um auf eine praxistaugliche Umsetzung hinzuwirken.

Danke für diese informative Zusammenfassung geplanter Änderungen. So kriegt man das Wichtigste mit, auch ohne ständig den offz. Blog zu beobachten. Ein toller Service!
Ich habe den Blog auf Xstreet gelesen und denke das sich Linden ein wenig am eigenen Ast sägt. Oder sind es die ensprechenden Firmen? So sind gerade die Marken Star Wars und Star Trek von Lucas Arts und Viacom auf das Fandom angewiesen. Jedoch ist mir bekannd das Viacom eine sehr differenzierte Sicht hat und alles was sie nicht erlauben ist verbotenes Fandom. Lucas arts ist ein wenig lockerer im Umgang mit seinen Fans. Aber mir kommt die Frage aus, wie weise ich XStreet nach das ich einen Nachweis habe der mich berechtigt einen Virtuellen Artikel zu vertreiben. Zum Beispiel bin ich Lizensnehmer einer Musiklizens auf eine bestimmte Software und kann dies auch schriftlich nachweisen und habe die Lizens damit erstellte Musik auch zu veröffentlichen und zu vertreiben. Aber wie bekomme ich XStreet dazu meine Artikel (im Falle ich hätte eine Lizens) nicht zu sperren und unter der Marke zu vertreiben?