Von Haaren und Hüten
Vor einiger Zeit hatte ich hier über Stiefel und Hosenbeine geschrieben, die sich gelegentlich unschön überlagern. Ein ganz ähnliches Problem findet man oft am entgegengesetzten Ende des Avatarkörpers. Im Winter setzen Mann und Frau gerne einmal eine Kopfbedeckung auf das Primhaar. Leider sieht das dann oft so aus, wie auf den Bildern hier. Da Attachments nicht “kollidieren”, durchdringen sie sich – mit dem Ergebnis, dass sich die Haare mehr oder weniger intensiv durch die Mütze bohren. Es gibt verschiedene Ansätze zur Lösung dieses Konflikts
Haare weglassen
Viele Skins für männliche Avatare haben einen “aufgemalten” Haarwuchs. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Haut nicht durchscheint, wenn die Frisur nicht optimal passt. Zum anderen kann man auch prima auf Primhaare verzichten, wenn man es militärisch kurz mag. Wer eine solche Skin hat, kann z.B. eine der weit verbreiteten Baseballkappen einfach ohne Primhaare tragen.
Ohne eine solche Skin wirkt diese Variante leider weniger elegant, da man am Hinterkopf dann doch etwas kahl wirkt. Bei Männern soll eine Glatze ja sexy sein – für Frauen gilt diese Maxime dann doch eher weniger.
Kopfbedeckung mit Haaren
Einige Hersteller von Hüten und Mützen, insbesondere die höherwertiger Produkte haben das Problem inzwischen erkannt und verkaufen ihre Ware oft in zwei Versionen. Einmal nur die Mütze und dazu noch ein Exemplar mit bereits verlinkter Frisur darunter. Dies hat den Vorteil, dass die Frisur immer passt und zudem verbraucht man nur einen Attachmentpunkt.
Nachteil dabei: Gelegentlich ist die Auswahl der Haarfarben recht beschränkt. Zudem gibt es nur weniger Designer, die sowohl schöne Haare als auch schöne Kopfbedeckungen herstellen können. Wer aber eine Standardhaarfarbe trägt, wird mit dieser Lösung sicher am besten fahren.
Hutfrisur tragen
Ein paar Hersteller liefern auch spezielle Hutfrisuren, die sich dadurch auszeichnen, dass sie im oberen Bereich sehr flach sind und daher unter viele Hutmodelle passen. Die Frisur hier im Bild ist übrigens ein Freebie von sf Designs. Allerdings sind solche Frisuren oft ebenso wie die Kombinationen aus Haar und Hut nicht in einer allzu großen Farbpalette lieferbar.
Frisur anpassen
Die schönste, aber leider auch aufwändigste Methode, die Haare unter den Hut zu bekommen ist, die Frisur entsprechend anzupassen. Voraussetzung: die Frisur ist “modify”. Ärgerlicherweise werden in letzter Zeit immer Häufiger Attachments mit einem Resizer-Skript verkauft und sind im Gegenzug “no modify”. Diese Skripts verursachen fürchterlichen Lag (also nach dem Anpassen bitte die Skripts löschen) und verhindern eine manchmal eben doch erforderliche manuelle Bearbeitung.
Zu allererst immer eine Kopie der Frisur machen – in SL wachsen einmal ramponierte Haare leider nicht mehr nach. Ragen nur wenige Haare durch die Kopfbedeckung, so kann man versuchen, die einzelnen Prims ein wenig nach unten zu schieben. Ragen zu große Teile der Frisur heraus, so bleibt nichts anderes übrig, als die störenden Haarsträhnen abzuschneiden – sprich, die entsprechenden Prims zu löschen. Leichter gesagt als getan: Während man die einzelnen Prims im Linkset eines Attachments am Avatarkörper verschieben, vergrößern oder verkleinern und sogar texturieren kann, kann man eines nicht: Teile ver- oder entlinken, während das Objekt attached ist. Um Haarsträhnen zu löschen, muss man die Frisur abnehmen. Nur wie soll man erkennen, welche Strähnen weg müssen, wenn die Frisur auf dem Boden liegt? Ich verwende den folgenden Trick: Ich stelle meinen Avatar auf einen Posingstand, setze Haare und Mütze auf und bearbeite dann die Haare. Dann texturiere ich jeden Prim, der aus der Mütze hervorsteht, mit einer auffälligen Farbe – hier im Bild habe ich die Strähnen rot gefärbt. Nimmt man nun die Haare ab, braucht man nur noch die roten Prims markieren und entlinken. Je nachdem, aus wie vielen Prims die Frisur besteht, eine recht mühselige Arbeit – zumal man sie für eine optimale Passform für jede Kombination aus Haaren und Kopfbedeckung wiederholen muss.
Am Ende steht jedoch der Lohn der Sisyphusarbeit: Perfekt passende Hüte und Mützen – und zwar selbst dann, wenn es sich wie bei dem Barett auf dem Bild links um asymmetrische Kopfbedeckungen handelt, die mit vorgefertigten Haaren kaum in Einklang zu bringen sind.












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